Falknerspektakel Wolfgang Weller

 

  Auf dieser Seite möchte ich mich Euch vorstellen. Ihr kennt mich vermutlich von der Burg Hohen Neuffen oder vom Wildparadies Tripsdrill oder aus Rundfunk und Fernsehen.


Mein erster Lannerfalke Sultan
Im folgenden möchte ich Euch erzählen, wie ich zu meinem ersten Falken Sultan gekommen bin.
Angefangen hat alles mit einer Kiste und meinem Moped. 

Während ich mal wieder bei der Aneignung von Wissen mittels Fachliteratur war, bot sich mir DIE Gelegenheit. 
In einer Anzeige waren ein weiblicher Habicht und ein männlicher Lannerfalke zum Verkauf angeboten.  
Da die Anzeige die Einzige in unmittelbarer Nähe war, ergriff ich diese Gelegenheit beim Schopfe und machte mich daran, den Verkäufer zu kontaktieren.


-Original Anzeige von Sultan-

Es war im Frühjahr im Jahre 1973 und es war bitterkalt. Ich fuhr mit meinem frisierten Moped gen Hussenhofen, da in der Anzeige keine Telefonnummer war. Bei meinem 3. Besuch  war endlich jemand anzutreffen. Die Mutter des Falkners erklärte mir, dass dieser beim Stammtisch in der Dorfschenke bei Freunden war. Dort wurde ich vorstellig und wir gingen zur Falkenbesichtigung. Für mich war sofort klar: Der ist es! Was nicht klar war: Der Preis von 300 DM. Für einen Lehrling mit einem damaligen Hungerlohn von etwa 150 DM war das sehr viel Geld. Doch gesagt - getan. Ich musste sparen. Einige Wochen später fuhr ich mit dem Geld in der Tasche Sultan holen. Der Verkäufer war mal wieder in der Dorfschenke vorzufinden. Das Drama nahm ab nun seinen Lauf. Er wollte seinen Freunden den neuen Besitzer von Sultan vorstellen - dies war nur möglich durch einige Runden Hochprozentiges. Es dauerte sehr lange, bis ich ihn überzeugen konnte, dass wir nun zum Geschäft kommen sollten. Auf dem Weg zu Sultan lag noch ein "Tante-Emma-Laden". Dort kehrten wir auf einen weiteren kleinen Umtrunk ein. Es war auch hier sehr schwierig ihn zur Heimkehr zu überreden, mir reichte es jedoch schon längst. Außerdem wurde es bald dunkel. Bei Sultan angekommen musste ich die sichere Heimkehr des Falken gewährleisten. Um ein Entweichen von Sultan bei einem Sturz in den Straßengraben zu vermeiden, band ich mir die Langfessel (=Lederriemen, zur Befestigung des Falken am Block) um das rechte Handgelenk. Sultan verstaute ich in der Kiste hinter mir auf dem Gepäckträger. Über Schleichwege waren wir 3 Stunden später auch zu Hause und mittlerweile war es stockfinster.